Museum Folkwang
  • Walter Gramatté: ›Lenz‹, 1924/25
    Bildfolge von 13 Radierungen zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹

  • Die Serie ist die früheste Bildfolge zu Büchners Erzählung über den psychisch labilen Schriftsteller Jakob Lenz. Dessen Geisteszustand verschlechtert sich zusehends, bis er sich eines Mordes bezichtigt, den er gar nicht begangen hat, und schließlich in einem Zustand dauerhafter Teilnahmslosigkeit fortexistiert: »Er schien ganz vernünftig, sprach mit den Leuten; er tat alles wie es die andern taten, es war aber eine entsetzliche Leere in ihm, er fühlte keine Angst mehr, kein Verlangen; sein Dasein war ihm eine notwendige Last – – So lebte er hin.«
    Walter Gramatté erkannte sich in dieser Figur wieder. In einem Brief an Walther Merck vom 1. Juni 1924 schilderte er, der bereits an den Platten zu Lenz arbeitete, seine damalige Verfassung: »Und so müde, Walla, so assez so sehr. Keine Arbeit, ganz tot alles, mit Büchner quäle ich mich noch ab u. zu, ›Lenz‹. So ist mir wie ›Lenz‹ immer, manchmal hell und dann immer tiefer und dunkler. So unnütz, so überflüssig gehen alle Tage hin…«. Kurz nach Fertigstellung der Platten schrieb er am 17. Oktober 1924 an den befreundeten Kunsthistoriker und Schriftsteller Wilhelm Niemeyer: »Du bist es, der den ›Lenz‹ in mein Herz pflanzte, und es gibt außer uns beiden wohl niemand, der so mit dem Werk verwachsen wäre. Und damals schon musst Du gewusst haben, dass dieser Kampf des ›Lenz‹ auch zu einem kleinen Teil wenigstens in mir tobte, und dass ich ein Stück meines eigenen Lebens darin sah und darin zu geben hoffte.«
    Im Unterschied zur Bildfolge ›Wozzeck‹ schildert Gramatté hier keine einzelnen Episoden, sondern konzentriert sich auf die Schilderung der wechselnden Gemütsverfassung der Hauptperson, eingebunden nur von zwei Naturdarstellungen: »Die erste hat geballte Wolken, Sonne, Gewitter, Schwarz, Weiß und darin eine schwarze Tanne, die andere ist die Gleiche, aber still, grau, abgekämpft und ohne Schmuserei, ist ganz auf Zeichnung gestellt. Dazwischen verzweifelt, klagt, trauert, krankt, verebbt Lenz.« (Brief an Wilhelm Niemeyer, 25. September 1924).
    Die Bildfolge erschien als gebundenes Buch mit dem Text Büchners als siebte Veröffentlichung der Edition ›Hamburger Handdrucke‹ in einer Auflage von 150 Exemplaren. Daneben hat sich eine kleine Zahl von Probeabzügen erhalten, zu denen auch das vorliegende Expemplar gehört.
  • Exh_Title_S: Walter Gramatté: ›Lenz‹, 1924/25
    Bildfolge von 13 Radierungen zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
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  • Exh_Comment_S (Verantw): Grafische Sammlung
  • Exh_SpareNField01_N (Verantw ID): 186
Werke
Lenz: Titelblatt
Lenz 1
  • Walter Gramatté
  • Lenz 1, 1924

  • Blatt 1 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 68/68
Lenz 2
  • Walter Gramatté
  • Lenz 2, 1924

  • Blatt 2 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 69/68
Lenz 3
  • Walter Gramatté
  • Lenz 3, 1924

  • Blatt 3 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 70/68
Lenz 4
  • Walter Gramatté
  • Lenz 4, 1924

  • Blatt 4 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 71/68
Lenz 5
  • Walter Gramatté
  • Lenz 5, 1924

  • Blatt 5 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 72/68
Lenz 6
  • Walter Gramatté
  • Lenz 6, 1924

  • Blatt 6 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 73/68
Lenz 7
  • Walter Gramatté
  • Lenz 7, 1924

  • Blatt 7 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 74/68
Lenz 8
  • Walter Gramatté
  • Lenz 8, 1924

  • Blatt 8 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 75/68
Lenz 9
  • Walter Gramatté
  • Lenz 9, 1924

  • Blatt 9 der Bildfolge zu Georg Büchners Erzählung ›Lenz‹
  • Inv.-Nr. A 76/68
Lenz 10
Lenz 11
Lenz 12