Museum Folkwang
  • Kunst des Islam

  • Mit dem Begriff islamische Kunst werden Kunstwerke bezeichnet, die in den Ländern von Spanien bis nach China und Indonesien entstanden, als diese Gebiete seit dem 7. Jahrhundert zum neugebildeten islamischen Weltreich gehörten. Von Beginn an tendierte die islamische Kunst dazu, Motive zu abstrahieren oder zu stilisieren. Sie bevorzugte daher flächige zweidimensionale und ungegenständliche Motive. Als die vorherrschende Grundlage für künstlerische Schönheit wurde von islamischen Künstlern und Theoretikern immer wieder die Harmonie betont. Man sah in der Darstellung von Ausgewogenheit und Ordnung eine Möglichkeit, das Wesen Gottes zum Ausdruck zu bringen. Geometrische Muster dürfen deshalb nicht als rein dekorativer Dekor verstanden werden. Sie sind vielmehr dazu gedacht, die Schönheit Gottes zu offenbaren. In der Kunst der islamischen Welt, dürfen – anders als in Europa – keine dreidimensionalen und naturalistischen Schmuckmotive in ihren Dekoren verwendet werden. Dabei ging es aber nie um religiöse Konzepte der islamischen Kunst, sondern man setzte sich unter rein ästhetischen Gesichtspunkten mit deren Prinzipien auseinander.

    Der große Bestand spanisch-islamischer Objekte in den Essener Sammlungen ist auf die persönliche Bewunderung Karl Ernst Osthaus’ für dieses Kunsthandwerk zurückzuführen. Im Winter 1908/09 reiste er in Begleitung eines Kunsthändlers und des damaligen Architekturstudenten Walter Gropius (1883 - 1969) nach Spanien, um Keramik und andere Kunst wegen der Vielfalt ihrer Formen, ihrer Dekore und der Glasuren zu erwerben. Die fast 500 Beispiele spanisch- maurischer Kunst im Museum Folkwang kamen mit dieser Reise nach Deutschland. Es gibt darunter viele Fliesen, die als Einzelstücke oder als Fliesenpaneele angekauft wurden, aber auch zwölf flache Schalen mit dem sehr bewunderten Lüsterdekor, einer Glasur mit Metall-Legierung.

    Islamisches Glas
    Ursprünglich fanden sich in der Sammlung Gläser aus der Entstehungszeit des Handwerks in Ägypten vor 3500 Jahren bis zu Glaswaren des 19. Jahrhunderts. Die Geschichte der Inspirationen ist oft eine Geschichte fruchtbarer Missverständnisse: Die irisierenden Effekte der Gläser aus dem Vorderen Orient waren von den Glasbläsern nicht beabsichtigt gewesen. Sie entstanden erst im Laufe der Zeit durch Oxidation. Gerade diese schillernden Farben regten jedoch Glasgestalter und Keramiker des Jugendstils in Lothringen zu neuen Techniken an.
  • Exh_Title_S: Kunst des Islam
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  • Exh_Comment_S (Verantw): Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe
  • Exh_SpareNField01_N (Verantw ID): 185
Werke
Schale mit seitlichen Griffplatten
Kleiner Teller
Schale
Schüssel
Fliesenpaneel aus Fayencemosaiksteinen (alicatados)
Flasche
Flasche
Flasche
  • Belgien
  • Flasche, 18. Jh.

  • Typ Onion, wegen der irisierenden Oberfläche beliebte Replik antiker Vorbilder
  • Inv.-Nr. K 61
Pilgerflasche