Museum Folkwang
  • Berliner Leben – Plakate von Volker Noth

  • Volker Noth (*1941) gehört mit zu den Plakatgestaltern, die dem Berliner Kultur-Plakat vom Ende der 1970er Jahre bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts einen eigenen Charakter gaben und dessen Qualitäten international Anerkennung fanden. Hervorzuheben ist seine fünfundzwanzig Jahre währende Zusammenarbeit mit den Internationalen Filmfestspielen in Berlin (Berlinale). Aber auch für andere Institutionen, wie Museen und Theater, gestaltete Noth zahlreiche Plakate.

    Frühe Plakate
    1965, noch während seines Studiums, entwarf Volker Noth sein erstes Plakat, das den Weg an die Litfaßsäulen fand. Es war die Ankündigung eines Vortrags zur Rolle der Kernenergie in der zukünftigen Energiewirtschaft Europas, den die Europa-Union Deutschland (EUD) veranstaltete. Die frühen Plakate von Volker Noth zeigen im Wesentlichen bereits die Ansätze, die sich in den Arbeiten etwa für die Internationalen Filmfestspiele oder für Museen und Theater fortsetzen sollten. Dazu zählen unter anderem: eine der Aufgabe angemessene, zum Teil poetische Bildsprache, vor allem aber der reduzierte Umgang mit Typografie und die strategische Planung eines Seriencharakters über einen langen Zeitraum. Dies waren die wesentlichen Elemente, die geradezu als Voraussetzung für seine weitere Arbeit erscheinen.

    Internationale Filmfestspiele Berlin (Berlinale)
    Zwischen 1977 und 2001 gestaltete Noth die jährlichen Plakate, nicht nur für die Ankündigung der Berlinale, sondern auch für die zahlreichen Begleitausstellungen und Veranstaltungen, wie dem Kinderfilmfest, den Hommagen und der Retrospektive. Damit stand Noth immer in der Idee Plakate zu entwerfen, die zum einen für die Berlinale warben (ohne deren genaue Ausrichtung zum Zeitpunkt der Plakatveröffentlichung bereits zu kennen), zum anderen das Motiv so variabel zu halten, dass es auf konkrete Veranstaltungen adaptierbar war. Vergleicht man die Plakate, die Volker Noth für die Berlinale entworfen hat, so fällt die Vielfalt seiner Gestaltungsprinzipien auf, die vom radikalen motivischen Wechsel bis zum Durcharbeiten verschiedener Varianten einer Idee reichen – so etwa zu begleitenden Veranstaltungen wie dem Kinderfilmfest und dem Panorama. Volker Noths Arbeiten für die Berlinale waren eher sanfte Provokation und doch polarisierten sie. Selten blieb ein Plakat unkommentiert, die Bandbreite der Reaktionen reichte von Bewunderung bis Ablehnung. So erfüllten Volker Noths Plakate beispielhaft ihre Funktion im öffentlichen Raum: Aufmerksamkeit zu schaffen für das Thema und für das Medium. Seine Plakate sind untrennbar mit der Geschichte der Berlinale verbunden.

    Plakate für (weitere) kulturelle Ereignisse
    Im Gegensatz zu den Plakaten für die Berlinale, wo Noth die Last und Lust der freien Gestaltung zur Seite stand, sind bei Plakaten für Institutionen wie Museen oder Theater andere Voraussetzungen gültig. Wesentliche Elemente können vorgeschrieben sein, etwa welches Motiv zu nutzen ist, welche Hausfarbe, welche Typografie, wie die Einbettung der Logos der unverzichtbaren Sponsoren erfolgen kann und andere Dinge mehr. Volker Noths Arbeiten zeigen ein feines Gespür für plakative Wirkung. Fotografie und Typografie sind die tragenden Elemente, oft mit kräftigen Farben zu kontrastreichen Flächen kombiniert. Seine Arbeiten sind selten »laut« und bunt, sondern eher kräftig und farbig, versuchen nicht zu überrumpeln, sondern zu überzeugen. Sein persönlicher Stil lässt den Respekt erahnen, der ihn bei der Interpretation eines Themas treibt.
  • Exh_Title_S: Berliner Leben – Plakate von Volker Noth
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  • Exh_Comment_S (Verantw): Deutsches Plakat Museum
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Werke
Die Rolle der Kernenergie / in der zukünftigen / Energiewirtschaft Europas
Der / Wald / A.N.Ostrowskij
Harold Pinter / Der Liebhaber / Landschaft
27. Internationale / Filmfestspiele / Berlin
37. Internationale Filmfestspiele Berlin
40. Internationale Filmfestspiele Berlin
43. Internationale Filmfestspiele Berlin
Berlinale / 48. Internationale Filmfestspiele Berlin
Museum / kann Spass / machen!
Fotografien / für das Bauhaus / Erich Consemüller
Rebecca Horn
Matisse / Papiers Découpés (Akt mit Orangen)