Museum Folkwang
  • Afrika

  • Als zu Anfang des 20. Jahrhunderts Maler wie Emil Nolde (1867 – 1956) in Ausstellungen und Museen Plastiken aus Afrika für sich entdeckten, gaben sie diesen Artefakten eine neue Rolle in der europäischen Kultur. Durch ihren Blick sahen sie in ihnen Schönheit und zugleich Fremdheit gegenüber dem europäischen Kanon. Die abstrahierenden Darstellungen boten ihnen eine Bestätigung ihres eigenen künstlerischen Weges. Zugleich imaginierten sie zu diesen Objekten paradiesische, naturverbundene Kulturen; eine Sehnsucht nach den Ursprüngen der Menschheit, die damals in vielen europäischen Reformbewegungen wirkte.
    Auf Anraten der Künstler Emil Nolde und August Macke begann Karl Ernst Osthaus auch afrikanische Objekte zu sammeln. Von der DIAFE-Expedition des Afrikanisten Leo Frobenius in das Yoruba-Land (Nigeria), erwarb er mehrere Skulpturen und Masken. Später kamen Gefäße mit Flechtornamenten der Bakuba (Kongo) für die Formensammlung sowie weitere afrikanische Gegenstände hinzu. Die Objekte stammen aus unterschiedlichen Stammesgruppen und waren für den rituellen Gebrauch bestimmt. Dabei ist es oft schwierig den genauen Kontext zu rekonstruieren, wie bei dem Kanga, einer Maske der Dogon, deren Zeichen nicht eindeutig bestimmt sind. Die ›Zamble-Tanzmaske des Guro‹ (Elfenbeinküste) zeigt eine Mischung aus Antilope, Hyäne, Krokodil und Leopard, den heiligen Tieren des Stammes. Sie durfte nur von den auserwählten Stammesmitgliedern in rituellen Tänzen getragen werden. Die magische Wirkung der Bildwerke findet sich in der Kultur vieler afrikanischer Stämme. Die Statue der benachbart lebenden Baule stellt einen ›blolo-bian‹ dar. Die Baule glauben, dass es im Jenseits zu jedem Menschen einen geisterhaften Doppelgänger gibt, von dem man eine Holzfigur anfertigt, die regelmäßig mit Öl gepflegt werden muss, damit dieser Geist gnädig bleibt. Auffällig an der Statue und der Maske ist das feine Schnitzwerk, das Ziernarben abbildet, die sich die Baule zufügen. Die Skulptur der Baule und die Maske der Bayaka wurden von Carl Einstein in dem Aufsehen erregenden Buch ›Negerplastik‹ 1915 publiziert.
  • Exh_Title_S: Afrika
  • Exh_Id: 101'575
  • Exh_Comment_S (Verantw): Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe
  • Exh_SpareNField01_N (Verantw ID): 185
Werke
Maske (zamble) der Guro
Maske der Baule
Maske ›mbuya‹ der West-Pende
Kanaga-Maske der Dogon
Männliche Kultfigur der Baule ›blolo bian‹ / ›asie usu‹
Hockende Figur der Luba (?)
Zepterkeule
Zepter, Fliegenwedel (funka - nsesa) der Woyo
Becher
Becher
Trinkbecher der Kuba
Becher aus dem Gebiet des oberen Ubangi, Nord Zaire
Pulverbehälter (tutu ki pfula) der Yombe/Sundi
Holzbüchse mit Deckel
Holzbüchse mit Deckel