Museum Folkwang
The Honor and Glory of Whaling (D-18 1X)
  • Frank Stella
  • The Honor and Glory of Whaling (D-18 1X), 1991

  • Ehre und Ruhm der Waljagd
  • Verschiedene Materialien auf Aluminium und Magnesium
  • 247,7 x 247,7 x 90,8 cm
  • Erworben 1991 mit Unterstützung der Alfred und Cläre Pott-Stiftung
  • Inv.-Nr. P 203
  • Text zum WerkFrank Stella gehört zu den Künstlern, die die Entwicklung vom Gemälde zum Objekt konsequent und facettenreich weiterentwickelten. 1960 führte er den Begriff der ›Shaped Canvas‹ für Arbeiten ein, bei denen das Flächenformat des Bildes identisch wurde mit seiner kompositorischen Struktur.

    Dieses Werk entstand 1991 im Kontext einer Reihe von Metallreliefs, die ihre thematische Inspiration Melvilles ›Moby Dick‹ verdanken. Die Strenge der frühen Werke ist hier einer von der Pop Art inspirierten Freude an der Collage gewichen, die an die Kompositionen des synthetischen Kubismus erinnert. Eine Freude am Dekorativen ist hier spürbar, ohne dass das zentrale Thema seiner Kunst, das Verhältnis von Bild, Objekt und Raum, aufgegeben ist.

    Die detailreiche Erzählfreude des Stückes bündelt fischartige Formen, darunter Schwänze, Köpfe und Zähne. Stella verzichtet auf die Illusion einer räumlichen Tiefe. Er nutzt voneinander abgesetzte Flächenformen, deren kräftige Farben und bisweilen comicähnliche Konturen ein optisch aufgeladenes Verwirrspiel erzeugen. Die zahlreichen übereinandergeschichteten Formen wecken Assoziationen an die kraftvollen Bewegungen des Tieres und des ihn umgebenden Wassers.

    Den vordersten Abschluss bildet ein Bilderahmen, der sich wie ein Segel und von der Wucht der drängenden Formen aufzublähen scheint. Von der Dramatik der literarischen Vorlage ist diese Darstellung weit entfernt. Die Farbigkeit unterstützt die im Titel angedeutete Ironie: Bei der Waljagd droht vor allem die Ehre heldenhaften Untergangs.
  • Provenienz1991, Galerie Hans Strelow, Düsseldorf
  • Obj_Id: 1'008'424
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 188
  • Obj_Creditline_S: Skulpturensammlung
  • Obj_Title1_S: The Honor and Glory of Whaling (D-18 1X)
  • Obj_Title2_S: Ehre und Ruhm der Waljagd
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): The Honor and Glory of Whaling (D-18 1X) The Honor and Glory of Whaling (D-18 1X) Ehre und Ruhm der Waljagd
  • Obj_Dating_S: 1991
  • Jahr von: 1'991
  • Jahr bis: 1'991
  • Obj_IdentNr_S: P 203
  • Obj_IdentNrSort_S: P 0203
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Plastik/Skulptur
  • Obj_Crate_S: 247,7 x 247,7 x 90,8 cm
  • Obj_Material_S: Verschiedene Materialien auf Aluminium und Magnesium
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Verschiedene Materialien auf Aluminium und Magnesium
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1991 mit Unterstützung der Alfred und Cläre Pott-Stiftung
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort): Ausstellung Intern: Sammlung 20. und 21. Jahrhundert, Neubau
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Frank Stella gehört zu den Künstlern, die die Entwicklung vom Gemälde zum Objekt konsequent und facettenreich weiterentwickelten. 1960 führte er den Begriff der ›Shaped Canvas‹ für Arbeiten ein, bei denen das Flächenformat des Bildes identisch wurde mit seiner kompositorischen Struktur.

Dieses Werk entstand 1991 im Kontext einer Reihe von Metallreliefs, die ihre thematische Inspiration Melvilles ›Moby Dick‹ verdanken. Die Strenge der frühen Werke ist hier einer von der Pop Art inspirierten Freude an der Collage gewichen, die an die Kompositionen des synthetischen Kubismus erinnert. Eine Freude am Dekorativen ist hier spürbar, ohne dass das zentrale Thema seiner Kunst, das Verhältnis von Bild, Objekt und Raum, aufgegeben ist.

Die detailreiche Erzählfreude des Stückes bündelt fischartige Formen, darunter Schwänze, Köpfe und Zähne. Stella verzichtet auf die Illusion einer räumlichen Tiefe. Er nutzt voneinander abgesetzte Flächenformen, deren kräftige Farben und bisweilen comicähnliche Konturen ein optisch aufgeladenes Verwirrspiel erzeugen. Die zahlreichen übereinandergeschichteten Formen wecken Assoziationen an die kraftvollen Bewegungen des Tieres und des ihn umgebenden Wassers.

Den vordersten Abschluss bildet ein Bilderahmen, der sich wie ein Segel und von der Wucht der drängenden Formen aufzublähen scheint. Von der Dramatik der literarischen Vorlage ist diese Darstellung weit entfernt. Die Farbigkeit unterstützt die im Titel angedeutete Ironie: Bei der Waljagd droht vor allem die Ehre heldenhaften Untergangs.