Museum Folkwang
Weibliches Porträt, Frau Lotte Franzos
  • Oskar Kokoschka
  • Weibliches Porträt, Frau Lotte Franzos, um 1912

  • Schwarze Kreide
  • Blattmaß 44,8 x 31,6 cm
  • Erworben 1921 spätestens für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. C 255
  • Text zum WerkLotte Franzos (1881–1957), die aus Erfurt stammende Frau eines Wiener Rechtsanwalts, hatte Kunstgeschichte in Wien studiert und führte mit ihrem Mann ein gastfreies Haus, das sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt für Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Wien entwickelte. Sie gehörte zu den ersten Förderern Oskars Kokoschkas. Er selbst beschrieb ihren Charakter mit den Worten: »(…) sie wollte mir in allem helfen. Sie war die große Sanfte, Gütige, Verständnisvolle.« Bereits 1909 hatte Oskar Kokoschka ein ganzfiguriges Bildnis von ihr gemalt (heute Washington D.C., The Philipps Collection), und als am 2. August 1910 Kokoschkas erste Ausstellung im Museum Folkwang in Hagen eröffnet wurde, schrieb er Lotte Franzos bereits am folgenden Tag davon, was bezeugt, wie eng ihr persönliches Verhältnis damals war. Die Zeichnung aus der Zeit um 1912 zeigt die Dargestellte hingegen eher reserviert und in melancholischer Stimmung, wobei es der Gesichtsausdruck und – vor allem – der Blick der Dargestellten sind, die diesen Eindruck hervorrufen. Es ist jedoch schwierig zu entscheiden, ob Kokoschka in diesem Porträt die tatsächliche Gemütsverfassung der Porträtierten festhielt oder ob er der Zeichnung seine eigene Gestimmtheit aufprägte.
  • Obj_Id: 1'007'641
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Grafische Sammlung
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  • Obj_Creditline_S: Grafische Sammlung
  • Obj_Title1_S: Weibliches Porträt, Frau Lotte Franzos
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  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Weibliches Porträt, Frau Lotte Franzos Female Portrait (Mrs. Lotte Franzos) Weibliches Porträt, Frau Lotte Franzos
  • Obj_Dating_S: um 1912
  • Jahr von: 1'907
  • Jahr bis: 1'917
  • Obj_IdentNr_S: C 255
  • Obj_IdentNrSort_S: C 0255
  • Obj_Classification_S (Objtyp): unikale Grafik
  • Obj_Crate_S: Blattmaß 44,8 x 31,6 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Schwarze Kreide
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Schwarze Kreide
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1921 spätestens für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Fondation Oskar Kokoschka / VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Text zum Werk
Künstler

Lotte Franzos (1881–1957), die aus Erfurt stammende Frau eines Wiener Rechtsanwalts, hatte Kunstgeschichte in Wien studiert und führte mit ihrem Mann ein gastfreies Haus, das sich rasch zu einem wichtigen Treffpunkt für Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Wien entwickelte. Sie gehörte zu den ersten Förderern Oskars Kokoschkas. Er selbst beschrieb ihren Charakter mit den Worten: »(…) sie wollte mir in allem helfen. Sie war die große Sanfte, Gütige, Verständnisvolle.« Bereits 1909 hatte Oskar Kokoschka ein ganzfiguriges Bildnis von ihr gemalt (heute Washington D.C., The Philipps Collection), und als am 2. August 1910 Kokoschkas erste Ausstellung im Museum Folkwang in Hagen eröffnet wurde, schrieb er Lotte Franzos bereits am folgenden Tag davon, was bezeugt, wie eng ihr persönliches Verhältnis damals war. Die Zeichnung aus der Zeit um 1912 zeigt die Dargestellte hingegen eher reserviert und in melancholischer Stimmung, wobei es der Gesichtsausdruck und – vor allem – der Blick der Dargestellten sind, die diesen Eindruck hervorrufen. Es ist jedoch schwierig zu entscheiden, ob Kokoschka in diesem Porträt die tatsächliche Gemütsverfassung der Porträtierten festhielt oder ob er der Zeichnung seine eigene Gestimmtheit aufprägte.