Museum Folkwang
Mondaufgang (St. Germain)
  • Paul Klee
  • Mondaufgang (St. Germain), 1915/242

  • Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton
  • Blattmaß 18,4 x 17,2 cm
  • Erworben 1958
  • Inv.-Nr. C 2/58
  • Text zum WerkWährend der Reise, die Paul Klee im April 1914 zusammen mit Louis Moilliet und August Macke für zwei Wochen nach Tunesien führte, verbrachten Klee und Moilliet die Ostertage im nahe Tunis gelegenen St. Germain. Über den Abend des Ostersonntags schrieb Klee in seinem Tagebuch: »Der Abend ist unbeschreiblich. Zum Überfluss geht auch noch der Vollmond auf. Louis reizt mich: ich sollte es malen. Ich sage: es wird höchstens eine Übung. Natürlich versage ich der Natur gegenüber. Aber ich weiß doch etwas mehr als vorher. Ich weiß die Strecke von meinem Versagen bis zur Natur. Das ist eine innere Angelegenheit für die nächsten Jahre.« Die Kunst erscheint in diesen Sätzen, wie auch im Beispiel des Aquarells als etwas Eigenständiges, für das dennoch das Naturvorbild unverzichtbar ist: Häuser, Meer und Mond werden auf ihre Grundformen reduziert und mehr angedeutet als dargestellt. Daneben erscheinen Flächen, die ohne die Kenntnis dessen, was Klee vor Augen hatte, nur mehr als abstrakte Gebilde erscheinen. Gerade in diesem Schwebezustand zwischen Abstraktion und Figuration – und natürlich auch in der fein abgestimmten Farbigkeit der Darstellung – liegt die besondere Qualität des Blattes.
  • Obj_Id: 1'007'618
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Grafische Sammlung
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 186
  • Obj_Creditline_S: Grafische Sammlung
  • Obj_Title1_S: Mondaufgang (St. Germain)
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Mondaufgang (St. Germain) Moonrise over St. Germain Mondaufgang (St. Germain)
  • Obj_Dating_S: 1915/242
  • Jahr von: 1'915
  • Jahr bis: 1'915
  • Obj_IdentNr_S: C 2/58
  • Obj_IdentNrSort_S: C 0002/58
  • Obj_Classification_S (Objtyp): unikale Grafik
  • Obj_Crate_S: Blattmaß 18,4 x 17,2 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Aquarell und Bleistift auf Papier auf Karton
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1958
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler

Während der Reise, die Paul Klee im April 1914 zusammen mit Louis Moilliet und August Macke für zwei Wochen nach Tunesien führte, verbrachten Klee und Moilliet die Ostertage im nahe Tunis gelegenen St. Germain. Über den Abend des Ostersonntags schrieb Klee in seinem Tagebuch: »Der Abend ist unbeschreiblich. Zum Überfluss geht auch noch der Vollmond auf. Louis reizt mich: ich sollte es malen. Ich sage: es wird höchstens eine Übung. Natürlich versage ich der Natur gegenüber. Aber ich weiß doch etwas mehr als vorher. Ich weiß die Strecke von meinem Versagen bis zur Natur. Das ist eine innere Angelegenheit für die nächsten Jahre.« Die Kunst erscheint in diesen Sätzen, wie auch im Beispiel des Aquarells als etwas Eigenständiges, für das dennoch das Naturvorbild unverzichtbar ist: Häuser, Meer und Mond werden auf ihre Grundformen reduziert und mehr angedeutet als dargestellt. Daneben erscheinen Flächen, die ohne die Kenntnis dessen, was Klee vor Augen hatte, nur mehr als abstrakte Gebilde erscheinen. Gerade in diesem Schwebezustand zwischen Abstraktion und Figuration – und natürlich auch in der fein abgestimmten Farbigkeit der Darstellung – liegt die besondere Qualität des Blattes.