Museum Folkwang
Politische Versammlung (Urwähler)
  • Adolph Menzel
  • Politische Versammlung (Urwähler), 1849

  • Pastell
  • Blattmaß 23,6 x 31,2 cm
  • Erworben 1940
  • Inv.-Nr. C 1/40
  • Text zum WerkDas Pastell ist eines der wenigen Beispiele in der deutschen Kunst, das die Revolution von 1848 reflektiert. In Vorbereitung der Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung und zur Preußischen Nationalversammlung, die im Mai 1848 durchgeführt wurden, fanden Vorversammlungen der sog. Urwähler statt, aller männlichen Bürger, die das 24. Lebensjahr vollendet hatten. Diese Urwähler bestimmten – nach dem Dreiklassensystem – die Wahlmänner, die dann ihrerseits die Abgeordneten wählten. Adolph Menzel nahm in Berlin an diesen Versammlungen teil und zeichnete die Beteiligten. Diese Zeichnungen bildeten die Grundlage für drei Pastelle, die jedoch erst einige Monate später im Januar 1849 entstanden. Das Essener Blatt veranschaulicht in besonderer Weise die außergewöhnliche Situation: Männer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft sind in angeregte Debatten vertieft, andere hören aufmerksam zu, wieder andere wirken bereits völlig erschöpft. Als Adolph Menzel die Pastelle zur Thematik der Urwähler schuf, hatte König Friedrich Wilhelm IV. die Preußische Nationalversammlung bereits wieder aufgelöst und eine Verfassung oktroyiert. Die Revolution war gescheitert. Menzel jedoch ließ sich nicht davon abhalten, das Erlebte zu würdigen, indem er es bildlich festhielt.
  • Provenienz1940, Galerie W. A. Luz Berlin
    1940, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'006'165
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Grafische Sammlung
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 186
  • Obj_Creditline_S: Grafische Sammlung
  • Obj_Title1_S: Politische Versammlung (Urwähler)
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Politische Versammlung (Urwähler) Political Meeting (Primary Voter) Politische Versammlung (Urwähler)
  • Obj_Dating_S: 1849
  • Jahr von: 1'849
  • Jahr bis: 1'849
  • Obj_IdentNr_S: C 1/40
  • Obj_IdentNrSort_S: C 0001/40
  • Obj_Classification_S (Objtyp): unikale Grafik
  • Obj_Crate_S: Blattmaß 23,6 x 31,2 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Pastell
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Pastell
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1940
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Das Pastell ist eines der wenigen Beispiele in der deutschen Kunst, das die Revolution von 1848 reflektiert. In Vorbereitung der Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung und zur Preußischen Nationalversammlung, die im Mai 1848 durchgeführt wurden, fanden Vorversammlungen der sog. Urwähler statt, aller männlichen Bürger, die das 24. Lebensjahr vollendet hatten. Diese Urwähler bestimmten – nach dem Dreiklassensystem – die Wahlmänner, die dann ihrerseits die Abgeordneten wählten. Adolph Menzel nahm in Berlin an diesen Versammlungen teil und zeichnete die Beteiligten. Diese Zeichnungen bildeten die Grundlage für drei Pastelle, die jedoch erst einige Monate später im Januar 1849 entstanden. Das Essener Blatt veranschaulicht in besonderer Weise die außergewöhnliche Situation: Männer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft sind in angeregte Debatten vertieft, andere hören aufmerksam zu, wieder andere wirken bereits völlig erschöpft. Als Adolph Menzel die Pastelle zur Thematik der Urwähler schuf, hatte König Friedrich Wilhelm IV. die Preußische Nationalversammlung bereits wieder aufgelöst und eine Verfassung oktroyiert. Die Revolution war gescheitert. Menzel jedoch ließ sich nicht davon abhalten, das Erlebte zu würdigen, indem er es bildlich festhielt.