Museum Folkwang
Kanaga-Maske der Dogon
  • Afrika
  • Kanaga-Maske der Dogon, undatiert

  • Holz des Wollbaumes, Pflanzenfasern
  • 82 x 51 cm
  • Erworben 1958
  • Inv.-Nr. K 587
  • Text zum WerkDie ›Kanaga-Maske‹ aus Mali erzählt eine Geschichte von Leben und Tod. Im Museum ausgestellt, ist sie das ruhende Requisit eines Tanzes. Man kann die Schönheit ihrer Gestaltung betrachten, was ihr fehlt, ist die Bewegung.

    Der rituelle Tanz, für den die ›Kanaga-Maske‹ produziert wurde, hat eine magische Funktion. Die Maske wird von dem Stamm der Dogon für Beerdigungsrituale angefertigt, in denen die Geisterwelt der Verstorbenen beschworen wird. Der kreuzförmige Aufbau deutet den schwarz-weißen Schöpfungsvogel der Dogon-Mythologie an. Die gleichzeitige Ausrichtung zur Erde und zum Himmel verweist auf den Schöpfer, der mit der einen Hand nach oben und mit der anderen zur Erde reicht. Während des Tanzes beugen sich die Tänzer so weit nach vorne, dass der Schöpfer den Boden berührt, Himmel und Erde, Jenseits und Diesseits sich vereinen. Die Mythologie und die Form der Maske wurde über 600 Jahre mündlich überliefert, so dass es unter den Dogon heute mehrere Varianten der Deutung gibt.

    Die Maske wurde nicht von Karl Ernst Osthaus für das Museum Folkwang gekauft. In Europa interessierte man sich erst später für die Kunst der Dogon. Sie wurde auf der Kolonialausstellung 1931 in Paris durch die Aufführung eines Tanzes mit ›Kanaga-Maske berühmt. Weniger die abstrahierende Formgebung faszinierte die Europäer; im Kontext der Diskussionen über das Unbewusste begeisterten sie sich besonders für das animistische Weltbild der Dogon. Neben Ethnologen kauften auch zahlreiche Kunstsammler Skulpturen und Objekte des Stammes. In den 1960er Jahren galten die Ahnenhöhlen, in denen Holzskulpturen aufbewahrt worden waren, als geplündert. Das Ritual des Tanzes mit ›Kanaga-Maske‹ aber wird heute noch zelebriert und hat als religiöse Tradition überlebt.
  • Provenienz1958, Dr. Werner Rusche, Köln
    1958, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'004'472
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 185
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Alte, außereuropäische und angewandte Kunst
  • Obj_Title1_S: Kanaga-Maske der Dogon
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Kanaga-Maske der Dogon Kanaga-Mask of the Dogon Kanaga-Maske der Dogon
  • Obj_Dating_S: undatiert
  • Jahr von:
  • Jahr bis:
  • Obj_IdentNr_S: K 587
  • Obj_IdentNrSort_S: K 0587
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Theater/Kultspiel
  • Obj_Crate_S: 82 x 51 cm
  • Obj_Material_S: Holz des Wollbaumes, Pflanzenfasern
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Holz des Wollbaumes, Pflanzenfasern
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1958
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Die ›Kanaga-Maske‹ aus Mali erzählt eine Geschichte von Leben und Tod. Im Museum ausgestellt, ist sie das ruhende Requisit eines Tanzes. Man kann die Schönheit ihrer Gestaltung betrachten, was ihr fehlt, ist die Bewegung.

Der rituelle Tanz, für den die ›Kanaga-Maske‹ produziert wurde, hat eine magische Funktion. Die Maske wird von dem Stamm der Dogon für Beerdigungsrituale angefertigt, in denen die Geisterwelt der Verstorbenen beschworen wird. Der kreuzförmige Aufbau deutet den schwarz-weißen Schöpfungsvogel der Dogon-Mythologie an. Die gleichzeitige Ausrichtung zur Erde und zum Himmel verweist auf den Schöpfer, der mit der einen Hand nach oben und mit der anderen zur Erde reicht. Während des Tanzes beugen sich die Tänzer so weit nach vorne, dass der Schöpfer den Boden berührt, Himmel und Erde, Jenseits und Diesseits sich vereinen. Die Mythologie und die Form der Maske wurde über 600 Jahre mündlich überliefert, so dass es unter den Dogon heute mehrere Varianten der Deutung gibt.

Die Maske wurde nicht von Karl Ernst Osthaus für das Museum Folkwang gekauft. In Europa interessierte man sich erst später für die Kunst der Dogon. Sie wurde auf der Kolonialausstellung 1931 in Paris durch die Aufführung eines Tanzes mit ›Kanaga-Maske berühmt. Weniger die abstrahierende Formgebung faszinierte die Europäer; im Kontext der Diskussionen über das Unbewusste begeisterten sie sich besonders für das animistische Weltbild der Dogon. Neben Ethnologen kauften auch zahlreiche Kunstsammler Skulpturen und Objekte des Stammes. In den 1960er Jahren galten die Ahnenhöhlen, in denen Holzskulpturen aufbewahrt worden waren, als geplündert. Das Ritual des Tanzes mit ›Kanaga-Maske‹ aber wird heute noch zelebriert und hat als religiöse Tradition überlebt.