Museum Folkwang
Nature morte aux asphodèles
  • Henri Matisse
  • Nature morte aux asphodèles, 1907

  • Stillleben mit Affodillen
  • Öl auf Leinwand
  • 116,5 x 89 cm
  • Erworben 1907 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. G 115
  • Text zum WerkAuf einer Tischplatte steht, umgeben von kunstvoll arrangierten Fayencen, ein großer dunkelgrüner Krug mit einem Strauß Asphodelen. Als Matisse dieses Stillleben malte (wahrscheinlich Anfang 1907), lag seine Absage an den Pointillismus bereits zwei Jahre zurück. In der Zwischenzeit hatte er sich einer Gruppe von Malern angeschlossen, die von den Kritikern als ›Fauves‹ (zu deutsch ›wilde Tiere‹) betitelt wurden, und dort die führende Rolle eingenommen. Seine Malerei, die sich an Gauguin und vor allem Cézanne orientierte, erschien revolutionär und machte ihn in diesen Aufbruchsjahren der Moderne zu einem Vorbild für andere Künstler.
    »Ein Kunstwerk«, so schreibt er 1908 in seinen ›Notizen eines Malers‹, »muß seine ganze Bedeutung in sich selbst haben und sie dem Beschauer aufdrängen, noch ehe er seinen Gegenstand zur Kenntnis genommen hat … aber ich erfasse sofort die Stimmung, die davon ausgeht, denn sie liegt in den Linien, in der Komposition, in der Farbe.« Unter diesem Gesichtspunkt erzeugt das farblich und rhythmisch verdichtete Gemälde einer Ansammlung disparater Objekte unterschiedlicher kultureller Herkunft eine ganz andere Assoziation. Matisse war ein leidenschaftlicher Sammler chinesischer Porzellane, japanischer Paravents, persischer Teppiche und Textilien, afrikanischer Plastiken, nordafrikanischen Geschirrs, volkstümlicher Krüge und anderer Dinge mehr. Matisse hat in diesem ›Nature morte à l’asphodèle‹ ein komplexes Beziehungsgeflecht inszeniert. Zwar kehrt er für die Gebrauchskeramik zurück zur dreidimensionalen Darstellung, jedoch stellt er sie auf einen derben Tisch, der seinerseits auf einem vielfarbigen Teppich steht, und hinterfängt die darauf angeordneten Artefakte mit einem flächig gemalten, farbigen Hintergrund, der keinen räumlichen Bezug mehr aufweist. Es ist die Vielfalt und die Gleichzeitigkeit formaler Ideen in seiner Bildgestaltung, die seine ›Modernität‹ ausmachen und Begeisterung für sein Werk hervorrufen.
    Gottfried Benn schrieb vermutlich im September 1941 ein sich auf dieses Gemälde beziehendes kurzes Gedicht mit antiker Todesthematik: »Sträuße – doch die Blätter fehlen, / Krüge – doch wie Urnen breit, / – Asphodelen, / der Proserpina geweiht –.«
  • ProvenienzKünstler
    1907, Galerie Bernheim-Jeune, Paris
    10.1907 - 1922, Kauf bei Bernheim-Jeune, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'395
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Nature morte aux asphodèles
  • Obj_Title2_S: Stillleben mit Affodillen
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Nature morte aux asphodèles Still Life with Asphodels Nature morte aux asphodèles Stillleben mit Affodillen
  • Obj_Dating_S: 1907
  • Jahr von: 1'907
  • Jahr bis: 1'907
  • Obj_IdentNr_S: G 115
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0115
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 116,5 x 89 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1907 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn 2017
    Foto: Museum Folkwang
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Künstler
1907, Galerie Bernheim-Jeune, Paris
10.1907 - 1922, Kauf bei Bernheim-Jeune, Museum Folkwang, Hagen
1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen