Museum Folkwang
Brauna
  • Georg Baselitz
  • Brauna, 1975

  • Mischtechnik auf Leinwand (Öl/Acryl)
  • 250 x 200 cm
  • Erworben 1982 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins
  • Inv.-Nr. G 459
  • Text zum WerkZu Beginn der 60er Jahre demonstriert Baselitz, in einer von Minimal- und Konzept-Kunst geprägten Zeit, einen expressiven Malduktus und eine fast ›altmodische‹ Form von Malerei. Seine Werke wirken auch heute noch roh, kraftvoll, expressiv und kühn. Mit der sexuellen Provokation seines Gemäldes ›Die Nacht im Eimer‹ erzielt er 1963 einen ersten Skandalerfolg. Seine späteren ›Helden-Bilder› sind Werke des Aufbruchs, scharfe Kommentare zur jüngeren deutschen Geschichte und zugleich Aktualisierungen klassischer Figurenstücke.

    1969 beschloß Baselitz, die Motive seiner Bilder auf den Kopf zu stellen. Das erste Gemälde, bei dem er die Umkehrung des Bildmotivs vornahm, war ›Der Wald auf dem Kopf‹. ›Brauna‹, 1976 entstanden, läßt in den Verlaufsspuren der Farben deutlich erkennen, wie das Bild bereits auf dem Kopf stehend gemalt wurde. Der Betrachter ist derart unmittelbar mit der Organisation von Farbe und Form konfrontiert. Die Verortung der Landschaft zwischen Himmel und Erde ist unmöglich. Dreht man das Bild um, verschwindet der Eindruck eines Waldes und die Komposition erscheint abstrakt. Doch beläßt es Baselitz nicht allein bei der Überzeugungskraft des Malerischen. Die ›Umkehrung‹ eröffnet auch metaphysische, philosophische und konzeptuelle Bedeutungsebenen. Als wäre die ganze Landschaft ›gepackt‹ worden, steht der Wald von ›Brauna‹ entwurzelt da als ein Zeugnis der industriellen Ausbeutung und Zerstörung der Natur.
  • Provenienz1982, Galerie Art in progress, Düsseldorf, (Heiner Hepper)
  • Obj_Id: 1'003'241
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Brauna
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Brauna Brauna
  • Obj_Dating_S: 1975
  • Jahr von: 1'975
  • Jahr bis: 1'975
  • Obj_IdentNr_S: G 459
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0459
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 250 x 200 cm
  • Obj_Material_S: Mischtechnik auf Leinwand (Öl/Acryl)
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Mischtechnik auf Leinwand (Öl/Acryl)
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1982 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Georg Baselitz
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Zu Beginn der 60er Jahre demonstriert Baselitz, in einer von Minimal- und Konzept-Kunst geprägten Zeit, einen expressiven Malduktus und eine fast ›altmodische‹ Form von Malerei. Seine Werke wirken auch heute noch roh, kraftvoll, expressiv und kühn. Mit der sexuellen Provokation seines Gemäldes ›Die Nacht im Eimer‹ erzielt er 1963 einen ersten Skandalerfolg. Seine späteren ›Helden-Bilder› sind Werke des Aufbruchs, scharfe Kommentare zur jüngeren deutschen Geschichte und zugleich Aktualisierungen klassischer Figurenstücke.

1969 beschloß Baselitz, die Motive seiner Bilder auf den Kopf zu stellen. Das erste Gemälde, bei dem er die Umkehrung des Bildmotivs vornahm, war ›Der Wald auf dem Kopf‹. ›Brauna‹, 1976 entstanden, läßt in den Verlaufsspuren der Farben deutlich erkennen, wie das Bild bereits auf dem Kopf stehend gemalt wurde. Der Betrachter ist derart unmittelbar mit der Organisation von Farbe und Form konfrontiert. Die Verortung der Landschaft zwischen Himmel und Erde ist unmöglich. Dreht man das Bild um, verschwindet der Eindruck eines Waldes und die Komposition erscheint abstrakt. Doch beläßt es Baselitz nicht allein bei der Überzeugungskraft des Malerischen. Die ›Umkehrung‹ eröffnet auch metaphysische, philosophische und konzeptuelle Bedeutungsebenen. Als wäre die ganze Landschaft ›gepackt‹ worden, steht der Wald von ›Brauna‹ entwurzelt da als ein Zeugnis der industriellen Ausbeutung und Zerstörung der Natur.