Museum Folkwang
Staffelsee bei Murnau
  • Christian Ernst Bernhard Morgenstern
  • Staffelsee bei Murnau, 1846

  • Öl auf Malkarton
  • 20,5 x 25,5 cm
  • Schenkung 2004
  • Inv.-Nr. G 579
  • Text zum WerkEs kommt nicht sehr häufig vor, dass sich zwei Gemälde mit exakt demselben Motiv bei unterschiedlicher Leinwandgröße respektive Malkarton in einer Sammlung befinden. Die beiden Fassungen von ›Staffelsee bei Murnau‹ zeigen den Blick auf den oberbayerischen, im Werdenfelser Land liegenden Staffelsee oberhalb der damals noch aus wenigen Gehöften bestehenden Gemeinde Seehausen unweit des Marktflecks Murnau. Morgenstern, sicher einer der bedeutendsten Vertreter des frühen malerischen Realismus in Deutschland, richtet sein Augenmerk auf eine charakteristische Dramatik des Lichtes, das sich, gemeinsam mit der besonders plastisch durchgearbeiteten Wolkenpartie, über dem ganzen Horizont als eigenständige Himmelslandschaft etabliert. Diese emanzipiert sich nicht nur von dem Blick auf die irdische Landschaft, sondern vereinnahmt sich auch, in dem sie weite Teile der Hügel und des Sees mit dem leuchtenden Orange des Abendlichts überzieht. Morgenstern inszeniert somit ein Naturschauspiel über der weiten Ebene der Wasserfläche zwischen der Herreninsel rechts im Hintergrund und den weiten Ausläufern der Bad Kohlgruber Berge mit dem Hörnle links. Sicher lassen sich im direkten Vergleich Unterschiede ausmachen, etwa in der Anlage des Vordergrunds rechts im dichten Buschwerk, etwa in der abweichenden Darstellung romantischer Szenerien mit wanderndem Paar oder Tierhüter, etwa im direkteren, bisweilen pastosen Pinselduktus bei der kleinen Holztafel. Deren Format lässt rückschließen, dass Morgenstern das Motiv so weit wie möglich pleinair gefasst hat, also vor Ort angelegt, und sich dann zu einer weiteren, deutlich größeren Fassung dieses romantischen Blicks im geschützten Atelier entschieden hat.
  • Provenienz1970er Jahre - 2003, Dr. Ernst Behrens, München
    2003, Galerie Henrich, München
    2004, Kauf bei Henrich, Dr. Hans Jochen Goldschmidt, Essen
    2004, Schenkung durch Goldschmidt, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'162
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Staffelsee bei Murnau
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Staffelsee bei Murnau Lake Staffel near Murnau Staffelsee bei Murnau
  • Obj_Dating_S: 1846
  • Jahr von: 1'846
  • Jahr bis: 1'846
  • Obj_IdentNr_S: G 579
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0579
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 20,5 x 25,5 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Malkarton
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Malkarton
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Schenkung 2004
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort): Ausstellung Intern: E 001, Altbau, Sammlung 19. und 20. Jahrhundert
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Es kommt nicht sehr häufig vor, dass sich zwei Gemälde mit exakt demselben Motiv bei unterschiedlicher Leinwandgröße respektive Malkarton in einer Sammlung befinden. Die beiden Fassungen von ›Staffelsee bei Murnau‹ zeigen den Blick auf den oberbayerischen, im Werdenfelser Land liegenden Staffelsee oberhalb der damals noch aus wenigen Gehöften bestehenden Gemeinde Seehausen unweit des Marktflecks Murnau. Morgenstern, sicher einer der bedeutendsten Vertreter des frühen malerischen Realismus in Deutschland, richtet sein Augenmerk auf eine charakteristische Dramatik des Lichtes, das sich, gemeinsam mit der besonders plastisch durchgearbeiteten Wolkenpartie, über dem ganzen Horizont als eigenständige Himmelslandschaft etabliert. Diese emanzipiert sich nicht nur von dem Blick auf die irdische Landschaft, sondern vereinnahmt sich auch, in dem sie weite Teile der Hügel und des Sees mit dem leuchtenden Orange des Abendlichts überzieht. Morgenstern inszeniert somit ein Naturschauspiel über der weiten Ebene der Wasserfläche zwischen der Herreninsel rechts im Hintergrund und den weiten Ausläufern der Bad Kohlgruber Berge mit dem Hörnle links. Sicher lassen sich im direkten Vergleich Unterschiede ausmachen, etwa in der Anlage des Vordergrunds rechts im dichten Buschwerk, etwa in der abweichenden Darstellung romantischer Szenerien mit wanderndem Paar oder Tierhüter, etwa im direkteren, bisweilen pastosen Pinselduktus bei der kleinen Holztafel. Deren Format lässt rückschließen, dass Morgenstern das Motiv so weit wie möglich pleinair gefasst hat, also vor Ort angelegt, und sich dann zu einer weiteren, deutlich größeren Fassung dieses romantischen Blicks im geschützten Atelier entschieden hat.