Museum Folkwang
Portrait de Faure dans le rôle d'Hamlet
  • Edouard Manet
  • Portrait de Faure dans le rôle d'Hamlet, 1877

  • Der Sänger Jean Baptiste Faure als Hamlet
  • Öl auf Leinwand
  • 194 x 131,5 cm
  • Erworben 1927 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins und der Stadt Essen
  • Inv.-Nr. G 111
  • Text zum WerkDas Gemälde zeigt den an der Pariser Oper gefeierten Baritonsänger Jean-Baptiste Faure (1830–1914) in der Titelrolle der Oper ›Hamlet‹ von Ambroise Thomas, die er ab 1868 in über 100 Vorstellungen verkörperte. Faure war auch ein renommierter Kunstsammler, dessen besondere Liebe seit 1873 den Werken Manets galt; zwischenzeitlich hatte er bis zu 68 Gemälde des Künstlers in seinem Besitz.
    Es lag daher für Faure nahe, den mit ihm befreundeten und hochgeschätzten Maler zu beauftragen, ihn in der Rolle seines größten Triumphes zu porträtieren. Manet übernahm den Auftrag, der jedoch die Beziehung der beiden Freunde stark belastete. Annähernd vierzig Sitzungen hatte der Maler im Winter 1876/77 für das Bildnis benötigt, dessen Vollendung sich damit weit über den vereinbarten Termin hinaus verzögerte: Neun Mal hatte Manet von vorn begonnen, drei Fassungen zerstört und immer, so berichtet Faure, das Bild nach den Sitzungen völlig verändert.
    Manet zeigt den Sänger vermutlich in der dritten Szene des ersten Aktes, in der Hamlet den Degen zieht und dem Geist seines Vaters schwört, Rache zu nehmen. Während in den Vorstudien noch große Teile der Bühne ausgeführt sind, ist das Interesse des Malers in der endgültigen Fassung ganz auf die Person in der Rolle des Hamlet gerichtet ohne jedoch das theatralische Element des Auftritts im Kostüm und in der Pose zu vernachlässigen.
    Zu der isolierten Darstellung der menschlichen Figur vor einem monochromen, räumlich unbestimmten Hintergrund gelangte Manet seit den 1860er Jahren durch das intensive Studium der Werke Velazquez‘. Das Auftragswerk missfiel Faure, weil es seiner Meinung nach keine Hochkunst war und wegen der vorgetragenen Trivialität des Themas keine öffentliche Nobilitierung erfahren würde. Faure lehnte den Kauf des Bildes ab, als Manet sich weigerte, etwas daran zu ändern. Dieser war überzeugt, eine gelungene Lösung des Themas gefunden zu haben. Er schrieb seinem Freund Antonin Proust: »Und doch lässt sich kaum vorstellen, wie schwierig es ist, eine einzige Figur auf Leinwand zu setzen und das Interesse auf diese einzige Figur so zu konzentrieren, dass sie lebendig und leibhaftig vor einem steht«.
  • Provenienz1883, Künstler
    1884, Vermittlung, Hôtel Drouot, Paris
    04./05.02.1884 - 1900, Kauf bei Hôtel Drouot, Durand-Ruel, Paris
    1900 - 14.02.1910, Kauf bei Durand-Ruel, Paris, Durand-Ruel, New York
    14.02.1910 - 01.1926, Kauf bei Durand-Ruel, New York, Durand-Ruel, Paris
    01.1926 - 14.10.1927, Kauf bei Durand-Ruel, Paris, Durand-Ruel, New York
    14.10.1927, Kauf bei Durand-Ruel, New York, Durand-Ruel, Paris
    1927, Galerie Matthiesen, Berlin
    1927, Kauf bei Galerie Matthiesen, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'003'148
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Portrait de Faure dans le rôle d'Hamlet
  • Obj_Title2_S: Der Sänger Jean Baptiste Faure als Hamlet
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Portrait de Faure dans le rôle d'Hamlet Portrait of Faure as Hamlet Portrait de Faure dans le rôle d'Hamlet Der Sänger Jean Baptiste Faure als Hamlet
  • Obj_Dating_S: 1877
  • Jahr von: 1'877
  • Jahr bis: 1'877
  • Obj_IdentNr_S: G 111
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0111
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 194 x 131,5 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1927 mit Unterstützung des Folkwang-Museumsvereins und der Stadt Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Das Gemälde zeigt den an der Pariser Oper gefeierten Baritonsänger Jean-Baptiste Faure (1830–1914) in der Titelrolle der Oper ›Hamlet‹ von Ambroise Thomas, die er ab 1868 in über 100 Vorstellungen verkörperte. Faure war auch ein renommierter Kunstsammler, dessen besondere Liebe seit 1873 den Werken Manets galt; zwischenzeitlich hatte er bis zu 68 Gemälde des Künstlers in seinem Besitz.
Es lag daher für Faure nahe, den mit ihm befreundeten und hochgeschätzten Maler zu beauftragen, ihn in der Rolle seines größten Triumphes zu porträtieren. Manet übernahm den Auftrag, der jedoch die Beziehung der beiden Freunde stark belastete. Annähernd vierzig Sitzungen hatte der Maler im Winter 1876/77 für das Bildnis benötigt, dessen Vollendung sich damit weit über den vereinbarten Termin hinaus verzögerte: Neun Mal hatte Manet von vorn begonnen, drei Fassungen zerstört und immer, so berichtet Faure, das Bild nach den Sitzungen völlig verändert.
Manet zeigt den Sänger vermutlich in der dritten Szene des ersten Aktes, in der Hamlet den Degen zieht und dem Geist seines Vaters schwört, Rache zu nehmen. Während in den Vorstudien noch große Teile der Bühne ausgeführt sind, ist das Interesse des Malers in der endgültigen Fassung ganz auf die Person in der Rolle des Hamlet gerichtet ohne jedoch das theatralische Element des Auftritts im Kostüm und in der Pose zu vernachlässigen.
Zu der isolierten Darstellung der menschlichen Figur vor einem monochromen, räumlich unbestimmten Hintergrund gelangte Manet seit den 1860er Jahren durch das intensive Studium der Werke Velazquez‘. Das Auftragswerk missfiel Faure, weil es seiner Meinung nach keine Hochkunst war und wegen der vorgetragenen Trivialität des Themas keine öffentliche Nobilitierung erfahren würde. Faure lehnte den Kauf des Bildes ab, als Manet sich weigerte, etwas daran zu ändern. Dieser war überzeugt, eine gelungene Lösung des Themas gefunden zu haben. Er schrieb seinem Freund Antonin Proust: »Und doch lässt sich kaum vorstellen, wie schwierig es ist, eine einzige Figur auf Leinwand zu setzen und das Interesse auf diese einzige Figur so zu konzentrieren, dass sie lebendig und leibhaftig vor einem steht«.