Museum Folkwang
pst! / Feind hört mit
  • Richard Blank
  • pst! / Feind hört mit, 1943-1944

  • Offsetdruck
  • 58,2 x 42 cm
  • Druckerei WW-Verlag, Berlin
  • Inv.-Nr. DPM 4567
  • Text zum WerkDie Kampagne ›pst! Feind hört mit‹ wurde im Jahre 1943 mit großem Aufwand gestartet. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Auch die Propagandamaschinerie änderte ihre Richtung: Die Kampagne ist Bestandteil des Übergangs von der Sieges- zur Durchhaltepropaganda. Durch die Ausformulierung des Schattenmannes und der Herausbildung des charakteristischen ›pst!‹-Signets in gelber Schrift trug Richard Blank wesentlich zu ihrer unbestritten großen Wirkung bei. Beide Elemente stehen formal im Widerspruch zu der realistischen Zeichnung. Das Zusammenspiel konstruiert eine scheinbar latent vorhandene Bedrohung, suggeriert Gefahr, und zieht so aus der vagen Andeutung konkreten propagandistischen Nutzen. Die Kampagne vermochte binnen weniger Monate einen von der gesamten Bevölkerung akzeptierten Code für das Ungewisse und die darin verborgene Gefahr durchzusetzen. Der Erfolg dieser Kampagne scheint die Thesen zur Massenpsychologie zu bestätigen: »Die Kunst, die Einbildungskraft der Massen zu erregen, ist die Kunst sie zu regieren« (Gustave le Bon, 1881–1931).
  • Obj_Id: 1'030'405
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Deutsches Plakat Museum
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 242
  • Obj_Creditline_S: Deutsches Plakat Museum im Museum Folkwang
  • Obj_Title1_S: pst! / Feind hört mit
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  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): pst! / Feind hört mit pst! A Careless Talk pst! / Feind hört mit
  • Obj_Dating_S: 1943-1944
  • Jahr von: 1'943
  • Jahr bis: 1'944
  • Obj_IdentNr_S: DPM 4567
  • Obj_IdentNrSort_S: DPM 004567
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Plakat
  • Obj_Crate_S: 58,2 x 42 cm
  • Obj_Material_S:
  • Obj_Technique_S: Offsetdruck
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Offsetdruck
  • Obj_AccNote_S (Erwerb):
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei): WW-Verlag, Berlin
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
    Foto: Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler

Die Kampagne ›pst! Feind hört mit‹ wurde im Jahre 1943 mit großem Aufwand gestartet. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Auch die Propagandamaschinerie änderte ihre Richtung: Die Kampagne ist Bestandteil des Übergangs von der Sieges- zur Durchhaltepropaganda. Durch die Ausformulierung des Schattenmannes und der Herausbildung des charakteristischen ›pst!‹-Signets in gelber Schrift trug Richard Blank wesentlich zu ihrer unbestritten großen Wirkung bei. Beide Elemente stehen formal im Widerspruch zu der realistischen Zeichnung. Das Zusammenspiel konstruiert eine scheinbar latent vorhandene Bedrohung, suggeriert Gefahr, und zieht so aus der vagen Andeutung konkreten propagandistischen Nutzen. Die Kampagne vermochte binnen weniger Monate einen von der gesamten Bevölkerung akzeptierten Code für das Ungewisse und die darin verborgene Gefahr durchzusetzen. Der Erfolg dieser Kampagne scheint die Thesen zur Massenpsychologie zu bestätigen: »Die Kunst, die Einbildungskraft der Massen zu erregen, ist die Kunst sie zu regieren« (Gustave le Bon, 1881–1931).