Museum Folkwang
Die Franziskushöhle
  • Philipp Hackert
  • Die Franziskushöhle, 1801

  • Öl auf Leinwand
  • 126 x 96,5 cm
  • Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen
  • Inv.-Nr. G 69
  • Text zum WerkViele Klassizisten wie Carl Rottmann, Joseph Anton Koch, Karl Friedrich Schinkel und eben auch Hackert reisten um 1800 nach Italien auf der Suche nach Inspiration und Motiven für ihre Kunst. Die Antike und Renaissance waren für sie Maß und Grundlage für eine ideale wie harmonische Darstellung der Natur. Ein beliebtes Ausflugsziel war die Franziskushöhle in der Verna, einem Kalkberg im etruskischen Apennin, auf dem sich das von Franz von Assisi gegründete Kloster befindet. Der Legende nach suchte der hl. Franziskus die Grotte häufiger auf, um zu meditieren, und empfing dort auch seine Stigmata. Hackert war von diesen Grotten und Höhlen so begeistert, dass er seine künstlerische Auseinandersetzung mit ihnen mehrfach in seinen Briefen erwähnt. Er fertigte zahlreiche Studien im Vorfeld zu diesem großformatigen, 1801 datierten Gemälde und hält sich an die Topografie des Ortes. Auch beschränkt er sich nicht auf eine neutrale Schilderung, sondern überhöht die Gegebenheiten. In besonderem Detailreichtum widmet er sich dem sich auftürmenden, verwitterten Kalkstein sowie der reichhaltig wachsenden Flora auf kargem Boden. Hackert überträgt die außerordentliche Schönheit der wild belassenen Natur sowie das Spiel des fast theatralischen Lichts in ein malerisch spannungsvolles Kolorit. Mit dem aus der Grotte herauskommenden, vom Tageslicht geblendeten Pilgerpaar und dem vorausspringenden Hund verleiht Hackert dem Genius Loci etwas Heiteres und poesievoll Irdisches.
  • Obj_Id: 1'003'021
  • Obj_Internet_S: Highlight
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Die Franziskushöhle
  • Obj_Title2_S:
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Die Franziskushöhle The Cave of St. Francis Die Franziskushöhle
  • Obj_Dating_S: 1801
  • Jahr von: 1'801
  • Jahr bis: 1'801
  • Obj_IdentNr_S: G 69
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0069
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 126 x 96,5 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1939 mit Unterstützung der Stadt Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler

Viele Klassizisten wie Carl Rottmann, Joseph Anton Koch, Karl Friedrich Schinkel und eben auch Hackert reisten um 1800 nach Italien auf der Suche nach Inspiration und Motiven für ihre Kunst. Die Antike und Renaissance waren für sie Maß und Grundlage für eine ideale wie harmonische Darstellung der Natur. Ein beliebtes Ausflugsziel war die Franziskushöhle in der Verna, einem Kalkberg im etruskischen Apennin, auf dem sich das von Franz von Assisi gegründete Kloster befindet. Der Legende nach suchte der hl. Franziskus die Grotte häufiger auf, um zu meditieren, und empfing dort auch seine Stigmata. Hackert war von diesen Grotten und Höhlen so begeistert, dass er seine künstlerische Auseinandersetzung mit ihnen mehrfach in seinen Briefen erwähnt. Er fertigte zahlreiche Studien im Vorfeld zu diesem großformatigen, 1801 datierten Gemälde und hält sich an die Topografie des Ortes. Auch beschränkt er sich nicht auf eine neutrale Schilderung, sondern überhöht die Gegebenheiten. In besonderem Detailreichtum widmet er sich dem sich auftürmenden, verwitterten Kalkstein sowie der reichhaltig wachsenden Flora auf kargem Boden. Hackert überträgt die außerordentliche Schönheit der wild belassenen Natur sowie das Spiel des fast theatralischen Lichts in ein malerisch spannungsvolles Kolorit. Mit dem aus der Grotte herauskommenden, vom Tageslicht geblendeten Pilgerpaar und dem vorausspringenden Hund verleiht Hackert dem Genius Loci etwas Heiteres und poesievoll Irdisches.