Museum Folkwang
Vierge au baiser
  • Maurice Denis
  • Vierge au baiser, 1902

  • Madonna mit Kind (Der Kuss)
  • Öl auf Leinwand
  • 99 x 82 cm
  • Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Inv.-Nr. G 38
  • Text zum WerkAufgrund seiner literarischen Bildung und seiner persönlichen Kontakte stand Maurice Denis den Symbolisten nahe. Gleichzeitig verband ihn die deutliche Hervorhebung der Linie und die Abkehr von einer gegenstandsgebundenen Farbgebung mit den Nabis, etwa Pierre Bonnard, Paul Gauguin, Paul Sérusier, Edouard Vuillard und Félix Vallotton. Das Bild ›Die Madonna mit Kind (Der Kuß)‹, um 1900 in diesem besonderen Stil gemalt, zeigt Denis’ Frau Marthe, und die wenige Monate alte Tochter Anne-Marie vor einem geöffneten Fenster in der Pariser Wohnung der Familie, Saint-Germain-en-Laye, Rue de Mareil 59. Im Fenster ist das alte Hospital, Le Prieuré, zu erkennen. Der biographische Hintergrund dieser religiösen Erhöhung einer profanen Szene war vermutlich ein Gefühl der Dankbarkeit angesichts der Geburt dieses zweiten gemeinsamen Kindes; das erstgeborene Kind hatte das Ehepaar Denis 1895 auf tragische Weise verloren. Zudem arbeitete der Maler zu diesem Zeitpunkt an den Dekorationen für die Kapelle des Collège Sainte-Croix und die Kirche Sainte-Marguerite. Denis hegte seit langem den Wunsch, die religiöse Malerei im Licht der symbolistischen Ästhetik zu erneuern.
    Denis ›Madonna mit Kind (Der Kuß)‹ gehörte zu den ersten Werken des Künstlers, die überhaupt nach Deutschland gelangten. Möglicherweise fühlte Osthaus sich von Harry Graf Kessler, dem Diplomaten, Schöngeist und Leiter der Weimarer Kunstsammlungen, angeregt, das Gemälde im Frühjahr 1904 bei Ambroise Vollard in Paris zu erwerben. Graf Kessler schätzte Denis und präsentierte ihn 1903 erstmals in Weimar innerhalb der Ausstellung ›Deutsche und Französische Impressionisten und Neo-Impressionisten‹.
  • Provenienz1904, Künstler
    1904, Kauf beim Künstler, Ambroise Vollard, Paris
    1904 - 1922, Kauf bei Vollard, Museum Folkwang, Hagen
    1922, Kauf, Museum Folkwang, Essen
  • Obj_Id: 1'002'957
  • Obj_Internet_S: ja
  • Obj_Ownership_S (Verantw):Malerei, Skulptur, Medienkunst
  • Obj_SpareNField01_N (Verantw): 187
  • Obj_Creditline_S: Museum Folkwang, Essen, Gemäldesammlung
  • Obj_Title1_S: Vierge au baiser
  • Obj_Title2_S: Madonna mit Kind (Der Kuss)
  • Obj_PartDescription_S (Titelerg):
  • Obj_SpareMField01_M (Alle Titel): Vierge au baiser Madonna with Child (The Kiss) Vierge au baiser Madonna mit Kind (Der Kuss)
  • Obj_Dating_S: 1902
  • Jahr von: 1'902
  • Jahr bis: 1'902
  • Obj_IdentNr_S: G 38
  • Obj_IdentNrSort_S: G 0038
  • Obj_Classification_S (Objtyp): Gemälde
  • Obj_Crate_S: 99 x 82 cm
  • Obj_Material_S: Öl auf Leinwand
  • Obj_Technique_S:
  • Obj_SpareSField01_S (Mat./Tech.): Öl auf Leinwand
  • Obj_AccNote_S (Erwerb): Erworben 1904 für das Museum Folkwang, Hagen, seit 1922 Essen
  • Obj_PermanentLocation_S (Standort):
  • Obj_Condition1_S (Druckerei):
  • Obj_Condition2_S (Auflage):
  • Obj_Subtype_S (Genre):
  • Obj_Rights_S: © Museum Folkwang, Essen
Text zum Werk
Künstler
Provenienz

Aufgrund seiner literarischen Bildung und seiner persönlichen Kontakte stand Maurice Denis den Symbolisten nahe. Gleichzeitig verband ihn die deutliche Hervorhebung der Linie und die Abkehr von einer gegenstandsgebundenen Farbgebung mit den Nabis, etwa Pierre Bonnard, Paul Gauguin, Paul Sérusier, Edouard Vuillard und Félix Vallotton. Das Bild ›Die Madonna mit Kind (Der Kuß)‹, um 1900 in diesem besonderen Stil gemalt, zeigt Denis’ Frau Marthe, und die wenige Monate alte Tochter Anne-Marie vor einem geöffneten Fenster in der Pariser Wohnung der Familie, Saint-Germain-en-Laye, Rue de Mareil 59. Im Fenster ist das alte Hospital, Le Prieuré, zu erkennen. Der biographische Hintergrund dieser religiösen Erhöhung einer profanen Szene war vermutlich ein Gefühl der Dankbarkeit angesichts der Geburt dieses zweiten gemeinsamen Kindes; das erstgeborene Kind hatte das Ehepaar Denis 1895 auf tragische Weise verloren. Zudem arbeitete der Maler zu diesem Zeitpunkt an den Dekorationen für die Kapelle des Collège Sainte-Croix und die Kirche Sainte-Marguerite. Denis hegte seit langem den Wunsch, die religiöse Malerei im Licht der symbolistischen Ästhetik zu erneuern.
Denis ›Madonna mit Kind (Der Kuß)‹ gehörte zu den ersten Werken des Künstlers, die überhaupt nach Deutschland gelangten. Möglicherweise fühlte Osthaus sich von Harry Graf Kessler, dem Diplomaten, Schöngeist und Leiter der Weimarer Kunstsammlungen, angeregt, das Gemälde im Frühjahr 1904 bei Ambroise Vollard in Paris zu erwerben. Graf Kessler schätzte Denis und präsentierte ihn 1903 erstmals in Weimar innerhalb der Ausstellung ›Deutsche und Französische Impressionisten und Neo-Impressionisten‹.